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«Das Gewerbezentrum entspricht ganz meinen Vorstellungen»
«Das Gewerbezentrum entspricht ganz meinen Vorstellungen» Oberdiessbach:

 

Dort, wo vor fünfeinhalb Jahren die Flammen ein grosses Areal verwüsteten, wurde am Wochenende ein Gewerbezentrum eingeweiht. Noch sind nicht alle Hallen vermietet.


Volg-Laden, Bäckerei mit Café, Metzgerei für Privat- und Grosskunden, Physio mit Osteopathie und Fitnesscenter sowie ein Storenbauer gewährten am Wochenende Einblick in ihre neu eröffneten Geschäfte im Gewerbezentrum Oberdiessbach Nord. «Wir hatten eine richtige Chilbi; gegen 2000 Bratwürste fanden dankbare Abnehmer, und auch die Musik sowie die Attraktionen für die Kinder kamen gut an», berichtet Bruno Wittwer. Er ist Inhaber der Hauben AG, welche im Besitz der Gewerbeliegenschaft Oberdiessbach Nord an der Burgdorfstrasse 36 ist. «Es ist ein gutes Gefühl, nach fünfeinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit ein Gewerbezentrum eröffnen zu können. Dieses entspricht ganz meinen Vorstellungen». 

Die Reaktionen am Tag der offenen Türe, welcher zusammen mit der benachbarten Autogarage durchgeführt wurde, seien durchwegs positiv ausgefallen. Sowohl die Angebote als auch der Bau seien bei den Besucherinnen und Besuchern auf Begeisterung gestossen. «Ein Detail, das besonders gelobt wurde, sind die breiten Parkfelder in der Einstellhalle», ist Wittwer aufgefallen.

Ergänzen, nicht konkurrenzieren

Als Bruno Wittwer das über 8000 Quadratmeter grosse, mit alten Liegenschaften bebaute Gewerbeareareal 2011 erwarb, war seine Absicht, das Gelände sukzessive, der Nachfrage entsprechend, von Norden her neu zu überbauen. Mit dem Grossbrand am 15. März 2013 haben sich nebst den Gebäuden auf dem Areal auch Wittwers Pläne in Rauch aufgelöst. «Eine Voraussetzung zur Auszahlung der Versicherungsleistung war, dass das Areal innerhalb von fünf Jahren wieder überbaut wird», berichtet Wittwer. «Nach Vorgesprächen mit verschiedenen Interessenten war für mich bald klar, dass ich dort ein Gewerbezentrum mit einem guten Nutzungsmix realisieren werde.» Konkret: Es sollte ein Einkaufszentrum entstehen, in welchem die Artikel für den täglichen Bedarf unter einem Dach – stressfrei – eingekauft werden können. «Wir achteten darauf, dass die Mieter mit ihren Angeboten sich ergänzen, nicht aber konkurrenzieren.» Wittwer gab einen Architekturwettbewerb in Auftrag. Das Siegerprojekt konnte fast ohne Abänderungen übernommen werden. Dennoch ging es nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit voran. «Beispielsweise die Abstimmung unseres Projekts auf die Neugestaltung der Einfahrt von der Kantonsstrasse ins Industriegebiet stellte eine grosse Herausforderung dar.» Vieles ging aber wie gewünscht: «Zwar ist keiner der ursprünglichen Interessenten eingezogen, der einst vorgesehene Angebotsmix ist aber geblieben», so Wittwer. Dank dem Umstand, dass keine Einsprachen eingegangen seien, habe man auch das ursprünglich anvisierte Eröffnungsdatum einhalten können. 

Eine grosse Halle steht noch leer

Während fast sämtliche Räume des  Hauptgebäudes – mit Ausnahme der Abwartswohnung – vermietet sind, steht die grosse Industriehalle noch leer. Diese hat eine Fläche von 1400 Quadratmetern und kannn bei Bedarf unterteilt werden. «Sie eignet sich beispielsweise für einen Metallbaubetrieb, der eine grosse Raumhöhe braucht», erklärt Bruno Wittwer. 

Kleineres Gebäude erst im Rohbau

Nördlich des Hauptgebäudes, zwischen Strasse und Bahnlinie, befindet sich ein zweistöckiges in den Spickel gebautes Gebäude mit Galerie. Jedes Stockwerk bietet rund 300 Quadratmeter Platz, die Galerie gut 100 Quadratmeter. Dazu gehört eine grosse Terrasse. Dieses Gebäude steht erst im Rohbau. Der definitive Ausbau sei erst sinnvoll, wenn die Nutzung feststehe. Dies habe sich auch im Hauptgebäude als richtig erwiesen, wo ein 18 Tonnen schwerer Backofen besondere Anforderungen an die Statik gestellt habe. erzählt Bruno Wittwer. 

Kein zweites Restaurant

Im Erdgeschoss dieses dreieckigen Gebäudes könnte sich Wittwer eine Werkstatt mit Ausstellungsraum vorstellen. Oben ist gemäss Nutzungskonzept ein Restaurationsbetrieb oder ein Kulturlokal vorgesehen. Ob sich dieses Nutzungskonzept umsetzen lässt, weiss der Besitzer noch nicht. Kulturinstitutionen würden der Kosten wegen lieber alte Fabriken als neue Gebäude mieten, weiss Bruno Wittwer. «Und mit einem zweiten Restaurant würde ich dasjenige des Bäckereiforums Aeschlimann im Hauptgebäude konkurrenzieren; das will ich nicht», ist für ihn klar. Eine Möglichkeit wäre vielleicht ein Pub, welches erst am Abend öffnen würde.

Auch wenn die Eröffnung des Gewerbezentrums geglückt ist: Für den Besitzer Bruno Wittwer geht die Arbeit im Oberdiessbach Nord weiter.

04.10.2018 :: Jakob Hofstetter
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