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Das ehemalige Kapuzinerkloster will Lücken füllen
Das ehemalige Kapuzinerkloster  will Lücken füllen Schüpfheim:

Das Projekt «Lücken-Füllen» festigt das Angebot des Sunnehügels als modernes Kloster. Es bietet einfache Unterkunft, «handfeste» Erfahrungen und Gemeinschaft.

Die erste Bauetappe des Projekts «Lücken-Füllen» im alten Kapuzinerkloster Schüpfheim ist abgeschlossen.  «Eine Klostererweiterung kommt heutzutage kaum mehr vor. Auf dem Sunnehügel ist sie Teil der Umnutzung», erklärte Architekt Benno Baumeler. Denn nach ihrem Weggang schenkten die Kapuziner das Kloster der Stiftung Edith Maryon. Diese setzt sich für eine dauerhafte Erhaltung solcher Bauten durch Umnutzung ein. So konnte der gemeinnützige Verein Sunnehügel das Haus der Gastfreundschaft eröffnen. 

Klosterleben neu definieren

Das Projekt «Lücken-Füllen» will das historische Haus aus dem 17. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Form erhalten. Die Mängel beim Brandschutz und den sanitären Anlagen werden behoben und die Sicherheit der Gäste gewährleistet. Der nicht erhaltenswerte Anbau aus dem Jahr 1971 wurde durch eine neue Holzkonstruktion ersetzt. Damit soll eine Anbiederung an den historischen Bau vermieden werden. Von den Baukosten von 2,82 Millionen Franken übernimmt die Edith-Maryon-Stiftung 1,25 Millionen. 1,06 Millionen brachte die Sammlung «Lücken-Füllen» ein. Weitere Beiträge spendeten Denkmalpflege, Swisslos-Fonds und der Verein Sunnehügel.

Die Kapuziner seien auch Vorbild für ihre Klostergemeinschaft, sagte Geschäftsführer Lukas Fries-Schmid, der zusammen mit seiner Familie und drei alleinstehenden Frauen die Kerngemeinschaft bildet. Klosterleben müsse heutzutage neu definiert, die spirituelle Dimension neu gedacht werden. So arbeiten die Mitglieder der Kerngemeinschaft für Kost und Logis und verzichten auf Lohn. Sie pflegen franziskanische Werte, eine Ganztagesstruktur mit Handarbeit und Gebet und einen einfachen, auf das Wesentliche reduzierten Lebensstil. Finanziert werden sie durch die Pension der Gäste und Spenden, aber ohne staatliche Beiträge.    

Ein Kloster für alle

Das Haus der Gastfreundschaft ist ein «Kloster für alle» und kann bis zu neun Gäste in Krisensituationen eine Woche bis sechs Monate aufnehmen. «Wer zu uns kommt, ist unser Gast, ein Menschen wie du und ich», erklärte Sandra Schmid-Fries. «Burnouts, psychische Erkrankungen und auch Schicksalsschläge wie Arbeitslosigkeit können jeden treffen, und Umbrüche gibt es in jedem Leben.» Auch Feriengäste, die eine Auszeit nehmen, sind willkommen. 

Die Gäste betreten den Altbau durch die Klosterpforte. Sie wohnen in den Gästezimmern der ehemaligen Klosteranlage und teilen sich die modernen Duschen auf den Etagen. Sie sollen sich nicht völlig in ihre Zimmer zurückziehen. Auch ein autonomes Individuum brauche soziale Nähe und Gemeinschaft.  

Gemeinschaftsraum und Wohnungen

Türen aus Metall signalisieren den Übergang zum Neubau. Ein grosser Gemeinschaftsraum mit drei Türen bietet Platz für gemeinsame Arbeiten und kann bei Bedarf in drei Räume unterteilt werden. Er ist voller Licht und führt direkt in den Klostergarten, der seinen traditionellen Charakter beibehalten soll. Im Neubau integriert sind zwei Wohnungen mit offenem Wohn- und Essbereich. Eine wurde vermietet, in die andere sind Lukas und Sandra Schmid-Fries mit ihren Zwillingen eingezogen. Die drei alleinstehenden Frauen haben einen eigenen Wohnbereich im Altbau mit Einzelzimmern, gemeinsamer Kochgelegenheit und Dusche. 

So nimmt das Projekt «LückenFüllen» immer mehr Gestalt an. Die Neueröffnung ist auf den 20./21. Oktober geplant. 

10.05.2018 :: Bernadette Waser
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