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D Lüt hei statt «Walle» plötzelch «Balle» gseit

«Bäuegrabe» heisst es Sytetäli zwüsche Bowiu u der Wiudy. Ds Bechli, wo dert düregeit, entspringt fasch uf 1000 Meter über Meer u louft nächär 200 Höhemeter wyter unger i Dürrbach u dä isch quasi der Afang vo dr Chise. So wyt isch aues klar. Aber was meint «Bäue»?

I ha zwe euteri Yträg gfunge vo däm Ortsname. I Amtsrächnige vo 1717 und 1727 isch einisch «Bellengraben» u einisch «Bällengraben» notiert worde. Viu wyter chunnt me o mit dene historische Nennige nid. I bi zimli sicher, dass dä Ort si Name scho im Mittuauter het gha. I Frag chöme vor auem zwo Sache: Afe einisch – wie bi viune angere Orte o – e Personename, wo scho lang nüm gebrüchlech isch. I Frag chiem da «Ballo», «Bëllo» oder öppis ähnlechs. E Zämehang mit «Bäue vomene Hung», chame hingäge usschliesse. 

Es wär aber o müglech, dass dr Name vo däm Tau früecher mau gründlech gänderet isch worde. So wie bim «Ballebach» bi Äschlismatt. Dä fat übrigens o uf rund 1000 Meter über Meer a u geit nächär id Wissämme u us dere gits de wyter unger die chlyni Ämme. Bsungers intressant sy die historishe Yträg: Imene Dokumänt usem Jahr 1470 steit nämlech no «Wallenbach». O i drei wytere Schrifte usem 15. Jahrhundert isch das eso. «Ersch» i Akte usem Jahr 1598 isch de z ersch Mau «Ballenbach» gschribe worde. D Umdütig vo «W» uf «B» isch nid ungwöhlech – es lat sech eifach besser säge, eso. 

«Walle» stammt vom authochdütsche Wort «wallan» ab, wo «ufwalle» oder «sprudle» meint. Das isch ja bimene Bach im hügelige Gebiet no schnäu mau müglech. 

Chly angersch ligt dr Fau übrigens bim «Bauebärg» bi Chonufinge. Guet, mi chönnt säge, dass sech dert ds Gländ tüeg ufwalle. Aber scho im eutischte Beleg, woni ha gfunge, u dä stammt usem Jahr 1311, steit «Ballen-buel». Das zieht sech nächär düre bis hüt. Dr Ursprung vo dere Bezeichnig isch natürlech, dass dä Hoger e zimli rundi Form het – wiene Baue äbe. Mit em Wort «Balle» sy früecher verschidenschti Sache bezeichnet worde. Vo Baue für ds Spile, über Ankebaue, Höibaue bis zur Handbaue.   

 

 

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«Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch», www.idiotikon.ch u wyteri. Aafrage: 034 409 40 05 oder zuercher@wochen-zeitung.ch



19.04.2018 :: Bruno Zürcher
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