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Beruf und Familie besser vereinbaren – dank flexiblem Arbeitgeber
Beruf und Familie besser vereinbaren – dank flexiblem Arbeitgeber Schüpfheim:

Die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL) unterstützt ihre Mitarbeitenden dabei, Arbeit und Familie zu -ver-einbaren. Nun wurde sie dafür ausgezeichnet.

Immer mehr Menschen machen den Spagat zwischen dem Beruf und dem Familien- und Privatleben. Laut den Zahlen für das Jahr 2017 des Bundesamts für Statistik arbeiteten 36 Prozent der Erwerbstätigen in Teilzeit, die meisten davon Frauen; das sind 8,4 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren. Für viele sind diese Mehrfachbelastungen nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Das weiss auch Margrith Heini, Gruppenleiterin bei der SSBL Schüpfheim, wo viele Teilzeitangestellte arbeiten (siehe Kasten unten). «Manchmal mangelt es beispielsweise am Verständnis von Vorgesetzten oder Kollegen, wenn ein Kind krank ist und die Betroffenen der Arbeit fernbleiben müssen. Oft fehlt die Möglichkeit, auf eine Person zurückgreifen zu können, die kurzfristig die Aufsicht des Kindes übernehmen könnte», berichtet Margrith Heini. Der Druck, der auf den Betroffenen laste, sei hoch, und dies könne unter Umständen sogar zu einem Burnout führen. 

Arbeitseinsätze abtauschen

Die SSBL wolle dieser Problematik begegnen und für ihre Mitarbeitenden ein Umfeld schaffen, das dazu beitrage, Beruf und Familie besser vereinbaren zu können, sagt Margrith Heini. «Beispielsweise halten wir die Stelle für die werdende Mutter offen. Noch während der Schwangerschaft besprechen wir, ob sie nach dem Mutterschaftsurlaub ihre Stelle wieder antreten möchte und in welchem Arbeitspensum.» Die Angestellten könnten zudem selbständig untereinander die Arbeitseinätze abtauschen, wenn jemand einen Engpass bei der Betreuung der Kinder habe. Diesen und weiteren Massnahmen hat es die SSBL zu verdanken, dass sie kürzlich das Prädikat «Familie und Beruf» durch die Fachstelle «UND» erhalten hat (siehe Kasten rechts). 

Das Pensum verringert

Vom Angebot der SSBL profitiert hat zum Beispiel Evelin Zemp. Sie ist Mutter einer bald einjährigen Tochter und ist diesen Januar wieder ins Berufsleben eingestiegen. Sie arbeitet in einer 30-Prozent-Anstellung in der Betreuung. «Vor meiner Mutterschaft habe ich in einem Pensum von 90 Prozent in der Wohngruppe Gärtnerhüsli gearbeitet. Für mich war immer klar, dass ich trotz des Kindes wieder arbeiten will», sagt Evelin Zemp. Dank der Flexibilität ihres Arbeitgebers konnte sie vereinbaren, jeweils den Spätdienst zu übernehmen. «Ich bringe unsere Tochter vor meinem Arbeitsbeginn zu ihrem Vater, der zu dieser Zeit seine Arbeit beendet und sie mit nach Hause nimmt. Mein Mann übernimmt in meiner Abwesenheit die Hausarbeiten», berichtet sie. «Eine Bekannte von mir hatte da weniger Glück: Ihr Arbeitgeber verweigerte ihr die Möglichkeit, in einem kleineren Pensum weiterzuarbeiten.»

Willkommen im Team

Evelin Zemp ist zwar gerne Mama, aber sie liebt auch ihre Arbeit; seit bald acht Jahren betreut sie die Bewohner der SSBL. «Als ich letzten Monat in mein Team zurückkehrte, fühlte ich mich sofort willkommen und auch die Bewohnerinnen und Bewohner haben sich gefreut», sagt die 32-Jährige. 

Bis jetzt sei ihr gut gelungen, Berufs- und Familienleben zu vereinbaren. Wenn die Tochter älter ist, könnte sie sich vorstellen, das Arbeitspensum wieder zu erhöhen.

Der Grossteil arbeitet in einem Teilzeitpensum

In der Stiftung für Schwerbehin-derte Luzern (SSBL) werden -Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung in verschiedenen Wohngruppen betreut. «Die SSBL wollte sich einer Standortbestimmung unterziehen, wie familienfreundlich ihre Unternehmungsstrukturen sind. 85 Prozent der Frauen und 65 Prozent der -Männer unserer total 847 Mitarbeitenden arbeiteten in Teilzeit. Das Thema Balance zwischen Beruf und Familie respektive Privatem betrifft alle Mitarbeitende unterschiedlich», sagt Yvonne Schorno, Mitglied der Geschäftsleitung. Das Label solle Interessierte motivieren, für die SSBL zu arbeiten und sei daher eine wichtige Auszeichnung.


 

68 Kriterien werden ­bewertet

Anhand von 68 Kriterien prüft die Fachstelle «UND», wie familienfreundlich ein Betrieb ist und wie er Mitarbeitende bei der Verein-barung von Beruf und Familie/-Privatleben unterstützt. «Wir führen -Gespräche mit der Geschäftsführung, dem Personalverantwortlichen und Mitarbeitenden. Dabei geht es nicht nur um Beruf und Familie, sondern auch um die Flexibilität, die zum Beispiel ein pflegender Angehöriger oder jemand mit -politischem Engagement benötigt», erklärt Katrin Giger-D’Ignazio von der Fachstelle «UND». Ein wichtiger Punkt sei auch die Gleichstellung von Mann und Frau. Der Prozess dauere mehrere Monate und das Prädikat sei drei Jahre gültig.

07.02.2019 :: Veruschka Jonutis
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