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Bankschliessung trotz Widerstand
Bankschliessung trotz Widerstand Schangnau:

Gegen die Schliessung der Raiffeisen-Filiale formierte sich Widerstand. Obwohl viele Kunden androhen, die Bank nicht mehr zu berücksichtigen, hält diese an ihren Plänen fest.

Die Schliessung der Raiffeisen Bankfiliale in Schangnau per Ende November brachte die Gemüter der Kunden zum Brodeln. Am Freitag fand eine eigens dafür organisierte Versammlung statt. Dabei orientierte der Gemeindepräsident von Schangnau, Beat Gerber, zusammen mit dem ehemaligen Gemeinde- und Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Oberemmental, Ernst Aegerter, über die Möglichkeit, den Bankstandort Schangnau zu retten. Auch private Interessenvertreter beteiligen sich am Widerstand. 

Genossenschafter äusserten Kritik 

Empört zeigten sich viele der rund 100 Anwesenden im Gasthof Löwen über die Art und Weise, in welcher sie über diese Schliessung orientiert worden seien. Die Genossenschafter hätten keine Möglichkeit gehabt, ihre Meinung und Ängste zu äussern. Zudem sei der Zeitpunkt – so kurz vor Weihnachten – völlig deplatziert. 

Die Bankleitung begründete im Oktober die Geschäftsstellenschliessung damit, dass diese nicht mehr wirtschaftich betrieben werden könne. Geldtransporte seien teuer, und es müssten grössere Investitionen zur Sicherheit getätigt werden. Für Ernst Aegerter verfangen diese Argumente nicht. Raiffeisen habe es versäumt, mögliche Einsparnisse zu prüfen und zu besprechen.

Neu kann Geld in der Bäckerei Bieri oder via Postzustellung bezogen werden. Wie sicher und ungefährlich dies aber sei, wurde an der Versammlung in Frage gestellt. Auch äusserten Gewerbetreibende Bedenken, dass, wer auswärts Geld holen gehe, dann auch dort einkaufen werde – was zu weiteren Schliessungen in Schangnau führen könnte.

Ernst Aegerter erläuterte den aus seiner Sicht einzigen Weg, gegen die Schliessung vorzugehen. Mit einer Auflistung solle der Bankleitung aufgezeigt werden, wie viel Geld die Raiffeisenbank verlieren werde. Und sie wollen der Bank klarmachen, dass wahrscheinlich in nächster Zeit kaum jemand aus dem Schangnau neuer Kunde bei der Raiffeisenbank Oberemmental werde, sagte Aegerter. 

Bank hält an ihrer Strategie fest

Am Montag habe sich der Gemeinderat Schangnau mit der Bankleitung getroffen, wie Beat Gerber bestätigt. «Wir haben unsere Argumente gegen eine Schliessung der Bank-Filiale noch einmal bekräftigt und aufgezeigt, welche wirtschaftlichen Folgen die Schliessung hätte.» Auf der Liste, welche am Freitagabend im Umlauf war, hatten Raiffeisenkunden aus Schangnau in einer Absichtserklärung Hypothekar-Darlehen eingetragen, welche sie kündigen würden, respektive in naher Zukunft nicht bei der Raiffeisenbank abschliessen würden. Das Resultat: Rund acht Millionen Franken. «Am Dienstagabend erhielt ich dann die Antwort der Bankleitung», berichtet Gemeindepräsident Gerber. «Sie hält an ihrer Strategie fest. Ich bin sehr enttäuscht.»

Die Raiffeisenbank ist nach der Valiant-Bank und der Post, das dritte Finanzinstitut, dass Schangnau den Rücken kehrt. 

30.11.2017 :: Sylvia Siegenthaler / Bruno Zürcher
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