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Aus Heimschwäche wird Heimstärke
Aus Heimschwäche wird Heimstärke SCL Tigers:

Hochstehend war sie nicht, die Partie am letzten Dienstag zwischen den SCL Tigers und Lausanne. Aber sehr spannend. Das vorentscheidende Tor zum 3:2 fiel erst fünf Minuten vor dem Ende. In Unterzahl schlug Lausanne-Verteidiger Genazzi am Puck vorbei und Langnaus Topskorer Harri Pesonen eiskalt zu. Es war bereits das zweite Tor des Finnen an diesem Abend. Und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein, bei dem er am Ende der letzten Saison nicht mehr erwünscht gewesen war. «Natürlich war die Motivation deshalb besonders gross», sagte der mit nun sieben Treffern beste Torschütze der Tigers hinterher im Kabinengang. «Ich versuchte aber nicht zu sehr daran zu denken, sonst leidet dein Spiel darunter.» Dass er seinen ehemaligen Teamkollegen Sandro Zurkirchen im Lausanner Tor gleich zweimal bezwingen konnte, überraschte ihn selbst ein wenig. «Im Training hatte ich früher immer Mühe, Tore gegen ihn zu schiessen», gab Pesonen mit einem Lächeln zu.

Der 4:3-Sieg gegen die Waadtländer ist für Langnau ein extrem wichtiger. Statt den direkten Konkurrenten um einen Playoff-Platz – im Falle einer Niederlage – auf zwei Punkte herankommen zu lassen, hat die Mannschaft von Heinz Ehlers nun acht Punkte Vorsprung auf das deutlich höher gehandelte Lausanne und den Tabellenstrich. Mit 21 Punkten nach zwölf Partien haben die SCL Tigers den besten Saisonstart seit Einführung der Dreipunkteregel im Jahr 2006 hinter sich. Sportchef Marco Bayer lobt: «Mir gefällt vor allem die Spielweise. Die Mannschaft spielt sehr diszipliniert und gibt nie auf.»

 Das zeigte sich am letzten Sonntag eindrücklich. Zwei Tage nach dem schwachen Auftritt in Zug (1:4), zeigte Langnau im Cup-Achtelfinal gegen die ZSC Lions eine kämpferisch einwandfreie Teamleistung. Auf dem Papier hatten die Zürcher mit ihren Stars wie Cervenka, Pettersson, Wick oder Hollenstein klare Vorteile. Auf dem Eis aber diktierten die Tigers mit ihrer physischen Präsenz das Geschehen und bezwangen die favorisierten Lions zum fünften Mal in den letzten sechs Direktvergleichen. Der Lohn: Ein weiteres Heimspiel im Viertelfinal (Dienstag, 27. November gegen Servette).

 Apropos Heimspiel: Nach drei Heimniederlagen in Serie zu Beginn der Saison, haben die SCL Tigers vor heimischem Publikum nun ebenso viele Partien nacheinander gewonnen. Und im nächsten Heimspiel am Dienstag kommt erneut der Lieblingsgegner aus Zürich.


25.10.2018 :: Christoph Schär
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