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Andreas Rüfenacht ist dem Zauber der Trommel verfallen
Andreas Rüfenacht ist dem Zauber der Trommel verfallen Walkringen:

Andreas Rüfenacht schaffte als einer der 23 Auserwählten die Aufnahmeprüfung in die Tambouren-Rekrutenschule – das verdankt er seinem Talent und fleissigem Üben.

Hey, Mister Tambourine Man, 

play a song for me,

I’m not sleepy and there 

ain’t no place I’m going to.

Hey, Mister Tambourine Man, 

play a song for me,

In the jingle jangle morning 

I’ll be following you.

(Bob Dylan)

 

Die Trommel – ein archaisches, Jahrtausende altes Instrument, führte einst die Soldaten in die Schlacht. Im Gleichschritt, wie in Trance, während das Herz den Takt des Tambouren aufnahm, folgten sie ihm furchtlos in den Tod. Alte Völker auf der ganzen Welt trommelten ihre Krieger zu-sammen. Ihr Klang, kilometerweit zu hören, geht ins Blut. Auch wenn sie nachts am Lagerfeuer ertönt, fährt ihr Rhytmus in die Glieder, lässt Alt und Jung tanzen bis zum Umfallen. Oder das gleichförmige Tam-tam sendet Botschaften in die andere Welt, ruft Geister. Kein Wunder, sagt man dem Instrument magische Kräfte nach.


Der Zufall wollte es

Dem Zauber der Trommel verfallen ist Andreas Rüfenacht seit mehr als zehn Jahren. «Es war reiner Zufall», erzählt er. «In der ersten Klasse verteilte die Lehrerin Flyer der Musikgesellschaft Walkringen, die Nachwuchs suchte. Ein Kollege meldete sich als Tambourschüler, ich sowie noch ein Freund machten es ihm nach. Dabei hatten wir keine Ahnung, dachten es sei sicher einfach, zu trommeln und man brauche nicht zu üben.» 

Die ersten zwei Jahre durften die Kinder nur auf dem «Böckli» üben, einer Trommel-Attrappe, die wenig Lärm macht. Während die anderen Knaben sich bald anderen Dingen zuwandten, blieb Andreas Rüfenacht der Trommel treu. Er lernte, dass Tambouren auch nach Noten spielen, diese aber im Kopf haben müssen. Und dass Trommeln nicht nur Kraft und Technik, sondern hohe Konzentration und Körperbeherrschung verlangt. Und dass man üben, und üben und nochmals üben muss.


Marke Eigenbau

Heute ist der 18-Jährige Mitglied des Tambourenvereins Signau, hat die Matura hinter sich und freut sich auf die Militärmusik-RS im Frühling. «Si-cher werde ich von der Ausbildung profitieren, denn die Militärmusik hat ein sehr hohes Niveau», weiss er. Da pro Jahr nur 23 Kandidaten aufgenommen werden, musste er sich auf die Aufnahmeprüfung gründlich vorbereiten, das heisst, zwei Monate lang täglich üben – und das genau während des Gymnasium-Abschlusses. Das Instrument, das er heute spielt, hat er letztes Jahr nach alter Tradition aus Holz und Kalbfell, unter Anleitung von Trommelbauer Martin Schwertfeger in Oberburg, selber gebaut. Es trägt seine Initialen und ist mit dem Wappen von Signau bemalt. Auch hat er sich mit dem Ursprung und der Geschichte der Trommel eingehend befasst, während er im Gymnasium seine Diplomarbeit über das Instrument verfasste. Für die weitere Zukunft plant Andreas Rüfenacht ein Aviatikstudium in Winterthur, mit dem Endziel Pilot. Ob man ihn dereinst während langer Nachtflüge mit den Fingern auf die Konsole trommeln hören wird?

02.11.2017 :: Gertrud Lehmann
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