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«Als Minimalziel stufen wir den 5. Rang aus der Vorsaison ein»
«Als Minimalziel stufen wir den 5. Rang aus der Vorsaison ein» Fussball, 2. Liga interregional:

Noch vor dem ersten Punktspiel stand Konolfingens 54-jähriger Cheftrainer, Hans-peter Kilchenmann, der «Wochen-Zeitung» bereitwillig Red und Antwort.

Herr Kilchenmann, am Samstag geht die neue Saison mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger Muttenz los. Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft und dem Gegner?

Muttenz hat in der Aufstiegssaison viel Selbstvertrauen tanken können, doch unser Anspruch ist es, dieses Match zu gewinnen.

 

Worauf haben Sie den Fokus in der Vorbereitung gelegt?

Im Amateurbereich wird die Sommervorbereitung von vielen ferienbedingten Absenzen geprägt. Wir haben viel mit dem Ball gearbeitet und versucht, die Trainingsintensität dennoch hoch zu halten. Meine Maxime lautet diesbezüglich: Ein Pianist, der sein Klavier bloss aus der Ferne betrachtet, wird auch nicht besser. Er muss die Tasten unter seinen Fingern spüren, um sich weiterzuentwickeln.

 

Neu zum Team gestossen sind der Liechtensteiner Dario Kaiser sowie Jannic Wegmüller, 19-jährig, vom FC Biglen. Erzählen Sie uns etwas zu den beiden.

Dario hat beim FC Vaduz eine sehr gute fussballerische Grundausbildung genossen und wird uns in der Abwehr verstärken. Bei Jannic ist Geduld gefragt, er kommt aus der 3. Liga und wird sich erst noch an den höheren Rhythmus gewöhnen müssen. Da er körperlich und technisch alle Anlagen mitbringt, bin ich guter Dinge.

 

Im Frühjahr hat die Goalie- und Vereinslegende Stephan Schüpbach seine Schuhe an den Nagel gehängt. Ziemlich grosse Fussstapfen, die es da auszufüllen gilt, oder?

Natürlich, aber in seiner neuen Funktion als Torhütertrainer bleibt er dem Verein weiterhin erhalten. Ausserdem hat der junge Andri Werren bereits in der gesamten Rückrunde gezeigt, wie viel Potenzial er besitzt.

 

Seit vier Jahren kickt der FC Konolfingen in der fünfthöchsten Spielklasse des Schweizer Fussballs. Ist es töricht gar in Richtung 1. Liga zu schielen?

(lacht) Träumen ist grundsätzlich immer erlaubt. Um solch einen Aufstieg bewerkstelligen zu können, sollten alle Faktoren miteinander korrelieren. Diese Konstellation kommt vielleicht alle zehn Jahre einmal vor. Bereits in der 2. Liga Interregio messen wir uns mit Vereinen, die finanziell in völlig anderen Sphären schweben als wir. Daher tue ich mich vor Saisonbeginn jeweils schwer, eine genaue Platzierung als Marschroute auszugeben. Als Minimalziel stufen wir den Rang aus der Vorsaison (5. Rang, Anm. der Red.) ein.

 

Die erfolgreiche Arbeit von Ihnen in Konolfingen wird den Sportchefs -anderer Clubs nicht entgangen sein. Verspüren Sie keine Abwanderungsgelüste?

Lose Anfragen gehören zum Business, allerdings bin ich sehr glücklich beim FCK und es besteht meinerseits keine Veranlassung, dies ändern zu wollen. Einen dermassen engen Zusammenhalt innerhalb des Vereins sucht seinesgleichen. Dieses Gefühl, wenn die Jungs nach Siegen in der Garderobe tanzen und feiern, als ob sie gerade den Meistertitel gewonnen hätten, ist phänomenal. Für Emotionen dieser Art arbeitet ein Trainer tagtäglich.

Hanspeter Kilchenmann

Der 54-Jährige aus Zollikofen ist hauptberuflich als Betriebs-leiter bei einem Unternehmen für Stahlerzeugnisse tätig. Seit dem 1. Juli 2016 ist er Trainer der Fanion-equipe des FC Konolfingen, davor coachte er die Teams aus Köniz, Grenchen und Bern. -Kilchenmann ist im Besitz der UEFA A-Lizenz. Damit wäre er befähigt, einem Trainer in der «Super League» zu assistieren.


 

09.08.2018 :: Adrian Frühwirt
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