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Aller guten Dinge sind drei

Es war nicht mein Tag: Ein rohes Ei fiel mir in den Kühlschrank – was für eine Sauerei, die schlüpfrige Masse wegzuputzen. Anschliessend forderte mein Kater Mottek mit einem kehligen «Mauuuu» am Badezimmerfenster reingelassen zu werden. Kaum hatte ich geöffnet, sprang er mir mit einer fetten Maus im Maul fast ins Gesicht. Knurpsend verspeiste er den Nager im Wohnzimmer und liess nur die Galle liegen. Natürlich «fand» ich dieses Mäuseorgan später durch Zufall – auf nackten Füssen – das war bitter. Am gleichen Tag hatte ich in einem Artikel einen Herrn Hurni versehentlich Herr Hurli getauft, was der natürlich nicht lustig fand. Ja, es war definitiv nicht mein Tag. 

Nun raten uns ja Psychologen abends aufzuschreiben, was alles toll gelaufen ist an einem Tag. Mit dieser Technik liessen sich sogar leichte Depressionen heilen, sind die Seelenschrauber überzeugt. Jeder hat mal gute und mal schlechte Tage. Die negativen Momente hängen sich aber wie Zecken in die Erinnerung, während die tollen Augenblicke, ob ein Stück Torte oder ein erfolgreicher geschäftlicher Abschluss, verdunsten, als seien sie nie dagewesen. Möglicherweise spielt uns unser Gehirn einen Streich – ein Überbleibsel der Evolution. Es sorgt dafür, dass wir Ei im Kühlschrank und Mäuse-Galle an der Fusssohle stärker wahrnehmen als Meringue mit Nidle und ein Konto in den schwarzen Zahlen. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass es einst für unser Überleben wichtig war, sich auf Pro-
bleme zu konzentrieren, die es zu lösen galt. Deshalb ändert der Mensch nur Verhaltensweisen, wenn sie extremen Stress auslösen. 

Es ist jedoch möglich, den Stress, den negative Gedanken erzeugen und der uns täglich belastet, zu reduzieren! Im Zuge einer Studie wurde eine einfache Methode entwickelt, die offenbar eine erstaunliche Wirkung hat: Die «3-gute-Dinge-Methode». Sie müssen sich nur vor dem Schlafengehen drei positive Dinge notieren, die Sie an diesem Tag erlebt haben. Selbst wenn es Tage gibt, die einfach schräg ins Leben gebaut sind. So schrieb ich am Abend folgenden Zettel: 

1. Nachdem mir ein Ei in den Kühlschrank gefallen ist, habe ich ihn vollständig ausgeräumt und geputzt! Er strahlt jetzt wie neu! Ha! 

2. Mein Kater ist ein toller Jäger und liebt mich, weil er mir schlachtfrische Innereien geschenkt hat. Ha! 

3. Ich habe einen tollen Menschen kennengelernt, er heisst Hurni! An dieser Stelle ein herzlicher Gruss an alle Trägerinnen und Träger dieses grossartigen Namens. Ha! 

– Ein perfekter Tag! 


06.04.2017 :: Christina Burghagen Signau
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