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Adventliches Wettrüsten

In vielen Gemeinden finden im Dezember Adventsfenster statt. Für jeden Tag bis Heiligabend übernehmen Bewohner die Aufgabe, ein Fenster ihres Hauses weihnächtlich zu schmücken. Am Abend ist jedermann zu einer Besichtigung eingeladen. Dazu gibt es Punsch oder Glühwein und eine Kleinigkeit zum Knabbern. Was als Gelegenheit zur Gemeinschaft gedacht ist, entgleitet manchmal zu einem adventlichen Wettrüsten. Aus den Nüssen oder Mailänderlis werden Zöpfe. Aus den Zöpfen Schinken. Aus dem Schinken mehrgängige Menüs. Irgendwann können die ersten Familien nicht mehr mithalten und steigen aus. Als Folge davon melden sich im Jahr darauf so wenige Interessierte, dass die Verantwortlichen auf das Organisieren der Adventsfenster verzichten müssen. Glücklicherweise lebt der Brauch vielerorts weiter. In manchen Adventsfenstern entdeckt man die Krippe mit dem Jesuskind. Sie erinnert daran, dass Gott Mensch wurde. Seine Ankunft gestaltete sich unscheinbar und äusserst bescheiden. Gott kam als Kind, in einer Krippe, heimatlos, bedroht und schwach. Jesus hatte seine königliche Macht abgelegt, um den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. 

Seine Mission bestand darin, die Menschen miteinander, mit sich selber und mit Gott zu versöhnen. Der Preis für dieses Geschenk war hoch. Es kostete Jesus vorübergehend das Leben. Er verschenkte sich selber. Johannes schreibt über dieses Geschenk: «So viele ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht darauf, Kinder Gottes zu werden.» Darauf weist das bekannte Weihnachtslied hin: «O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen. Freue, freue dich, o Christenheit.» Weil er sich für mich alles hat kosten lassen, darf ich Jesus in mein Herz aufnehmen und dafür auf adventliches und anderes Wettrüsten verzichten. 



07.12.2017 :: Herbert Held, reformierter Pfarrer in Röthenbach
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