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Abenteuer von Mar, Sol und Lou
Abenteuer von Mar, Sol und Lou Marbach:

Mit dem Abenteuerpfad «Sagenhaftes Gezwitscher» der Bergkäserei Marbach wurde in der Region ein weiterer Erlebnisweg eröffnet. Er erzählt die Geschichte dreier unterschiedlicher Vögel.

«Lange haben wir auf diesen Moment gewartet. Nun freuen wir uns, dass wir unseren neuen Abenteuerpfad eröffnen können», begrüsste Regula Jaun die Gäste. Sie ist Mitglied der Geschäftsleitung der Bergkäserei Marbach und hatte schon länger die Idee eines Erlebniswegs im Hinterkopf. «Die Bergkäserei Marbach befindet sich seit zehn Jahren am heutigen Standort; ihr Ursprung reicht allerdings bis ins Jahr 1981 zurück. Uns stellte sich die Frage: Sollen nun die zehn oder die 37 Jahre gefeiert werden?», teilte Michael Jaun, Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsleitung, seine Überlegungen mit. «Wir griffen die Idee meiner Frau auf, mit einem Abenteuerpfad etwas Bleibendes und Nachhaltiges zu schaffen.» Unter der Leitung von Regula Jaun begann sich das Projekt zu entwickeln. Es galt, nebst einer Geschichte auch die geeignete Strecke zu finden. Als ideal erschien eine Stecke von der Bergkäserei Marbach, entlang des Schonbachs, bis nach Schangnau. 

Unterschiedliche Freunde

«Wir haben bewusst Tiere für unsere Geschichte gewählt. Zum Beispiel findet man unter den Vögeln die unterschiedlichsten Charaktere – genau wie bei uns Menschen. Meine Wahl fiel auf die Rauchschwalbe, die Bachstelze und auf den Spatz», erklärte Regula Jaun. Mit diesen Gedanken habe sie vor rund zwei Jahren bei der Buchautorin Gaby Kaufmann aus Langnau angeklopft. «Als erstes lief ich den geplanten Weg ab und sammelte Eindrücke. Was könnten die drei Vögel unterwegs erleben? Rasch waren die ersten Ideen da», erinnerte sich Gaby Kaufmann. Sie betrieb Recherchen über die drei Hauptdarsteller: Was sind deren Eigenschaften? Welche Vorlieben und Fähigkeiten haben sie? «Ich begann, die einzelnen Charaktere der Tiere herauszuarbeiten und in eine Geschichte zu verweben.» Entstanden ist ein reich illustriertes Buch, welches die Besucher auf dem Abenteuerpfad «Sagenhaftes Gezwitscher – Abenteuer am Bach» begleitet. Es ist die Geschichte der ängstlichen Spätzin Lou, der selbstbewussten Bachstelze Sol und der schnippischen Rauschschwalbe Mar. Die drei unterschiedlichen Vögel kämpfen alle mit ihren eigenen Sorgen und Nöten. Aus dem anfänglichen gegenseitigen Unverständnis entstehen Freundschaften und gemeinsam machen sie sich auf, das verlorenen Nest der Rauchschwalbe Mar zu suchen. 

Körner mit dem Schnabel aufpicken

An interaktiven Posten können die Besucherinnen und Besucher die Abenteuer der drei gefiederten Freunde miterleben und erfahren dabei einiges über deren Lebensstil sowie Gewohnheiten. Wie fühlt es sich an, im Sand wie ein Spatz nach Würmern für den Nachwuchs zu graben? Oder wie schwierig ist es, mit einem Schnabel Körner aufzupicken oder Insekten im Flug zu fangen? Die Erlebnisposten sollen Spass machen, lehrreich sein, ohne zu belehren, hielt Regula Jaun fest. 

Abenteuer für einen ganzen Nachmittag

Der Abenteuerpfad startet bei der Bergkäserei Marbach und führt über 20 Posten nach Schangnau auf den Pro-Specie-Rara- Hof Arche. Das Bilderbuch und die Ausrüstung sind während sieben Tage der Woche bei der Bergkäserei Marbach aus einem Automaten erhältlich. Der Weg ist rund drei Kilometer lang und in der Mitte der Strecke befindet sich eine Brätlistelle, welche zum Picknicken einlädt. «Für den Pfad sollte man einen Nachmittag einrechnen, vor allem wenn man noch auf einem Rundgang durch den Arche-Hof die Tiere besuchen möchte», rät Regula Jaun. An den Wochenenden bringt ein Shuttle-Bus die Gäste gratis an den Ausgangspunkt zurück. 

 

Der Abenteuerweg «Sagenhaftes Gezwitscher» wird am Samstag, 16. und Sonntag, 17. Juni, offiziell eröffnet. 

Bereits rund 35 Themenwege, weitere sind geplant

Erlebnis- und Themenwege boomen in der Region. Alleine in Langnau gibt es mehrere Angebote wie zum Beispiel den Cartoonweg, den Liebespfad und den Rätselkrimi-Weg. In Trubschachen schlängelt sich der Entdeckerpfad durchs Dorf und auf dem Naturlehrpfad in Arni und Biglen gibt es die heimische Fauna und Flora zu entdecken. «Da die Erlebniswege verschiedene Zielgruppen ansprechen, gehen wir davon aus, dass sie mehr und auch neue Touristen ins Emmental locken. Genaue Zahlen sind allerdings schwierig zu erheben, da dazu spezielle Messinstallationen nötig wären. Dafür fehlen oft die finanziellen Mittel und die Zeit», erklärt Christoph Wydler, Präsident von Langnau Tourismus. Ein Indikator sei die Anzahl der verteilten Prospekte zu den jeweiligen Themenwegen. «Zum Beispiel beim Holzbrückenweg, der durch Trub, Trubschachen, Langnau, Lauperswil, Signau und Eggiwil führt, müssen wir bald die dritte Auflage drucken, was auf eine gute Nachfrage für dieses Angebot hindeutet.» 

Es gebe zurzeit rund 35 Themenwege in der Region, die zu Fuss, per E-Bike oder mit weiteren Transportmitteln zu entdecken seien, gibt Isabelle Simisterra, Leiterin Emmental Tourismus, Auskunft. «In diversen Gemeinden sind weitere Themenwege geplant sowie zum Beispiel in Burgdorf ein Pfad entlang der Gewerbekanäle.»

Gäste in die Region locken

Die Themenwege seien kein touristisches Allerheilmittel; mit diesen alleine werde noch keine Wertschöpfung generiert, gibt Christoph Wydler zu bedenken. «Sie bieten aber eine Möglichkeit, zusätzliche Gäste in die Region zu locken. Die Erlebniswege sollten immer zum Ort und seinen Stärken passen und nicht etwas Künstliches sein.» Bewährt habe sich zum Beispiel die Verknüpfung mit regionalen Produkten oder Angeboten, die im Zusammenhang mit den Wegen stünden. «Zu einem attraktiven Themenweg gehört auch der gute Unterhalt. Bei einem Erlebnisweg-Projekt ist dieser Aufwand mindestens jährlich einzukalkulieren. Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind im Voraus zu klären», rät Christoph Wydler. 

14.06.2018 :: Veruschka Jonutis
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