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170 Gemeinden mit positivem Ergebnis
Kanton Bern:

«Die finanzielle Situation der Gemeinden war 2015 erneut gut und stabil», meldet der Kanton. Der Aufwandüberschuss habe sich von 55 auf 50 Franken je Einwohner reduziert.

Der Kanton Bern erhebt jedes Jahr statistische Daten zur Finanzlage der Gemeinden, welche das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) in einem Bericht analysiert und kommentiert. Damit soll das Datenmaterial der Gemeinden transparent und vergleichbar werden. 171 Gemeinden (Vorjahr 147) weisen demnach im 2015 ein positives Rechnungsergebnis in Steueranlagezehnteln aus, 24 Gemeinden (Vorjahr 20) schliessen ihre Rechnung ausgeglichen ab. Auf der anderen Seite hätten im 2015 151 Gemeinden einen Aufwandüberschuss verbucht (Vorjahr 185), steht in der Medienmitteilung. 

«Die Gesamtheit der Gemeinden weist im 2015 einen negativen Rechnungsabschluss aus.» Dies, weil die übrigen Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen als Reaktion auf die bevorstehende Einführung des neuen Harmonisierten Rechnungsmodells HRM2 stark zugenommen hätten, informiert der Regierungsrat. «Wertet man das Rechnungsergebnis vor Verbuchung der übrigen Abschreibungen aus, ergibt sich ein Ertragsüberschuss von 237 Millionen Franken. Dies anstelle des ausgewiesenen Aufwandüberschusses von 43 Millionen.»

Zwei ohne Eigenkapital  

Von den 346 Berner Gemeinden verfügen Ende 2015 alle bis auf zwei (eine davon ist Mirchel) über Eigenkapital. Vor zehn Jahren wiesen noch 13 Gemeinden einen Bilanzfehlbetrag aus. Das Eigenkapital pro Kopf sei gegenüber den Vorjahren erneut zurückgegangen, steht in der Medienmitteilung der Regierung. Von durchschnittlich 1137 Franken pro Einwohner steht dieser Wert im 2015 bei 1086 Franken. «Als negativ zu bezeichnen ist die Zunahme an Gemeinden mit einem Vorschuss für Spezialfinanzierungen.» Das bedeute, dass die Gebühren nicht ausreichten, um die Aufgabe vollständig zu finanzieren. 

«Soziale Wohlfahrt» hoch aber stabil

Mit 1533 Franken pro Einwohner ist die «Soziale Wohlfahrt» der grösste Aufwandposten, der im Vergleich zum Vorjahr (1539 Franken) praktisch stabil geblieben ist. Auf der Ertragsseite stammen 58,5 Prozent der Erträge aus dem Aufgabenbereich «Finanzen und Steuern», worin auch der Finanzausgleich verbucht wird. Der Steuerertrag mache 2513 Franken je Einwohner aus (Vorjahr 2445), welcher mit 45,2 Prozent die grösste Einnahmequelle der Gemeinde darstelle, ist dem Bericht zu entnehmen. Der Durchschnittswert der Steueranlage habe nach langjähriger Stagnation auf einem Niveau von 1,7 Einheiten einen Aufwärtstrend eingeschlagen und komme im 2015 bei 1,74 zu liegen. 

Es wurde mehr investiert

«Das durch die Gemeinden im 2015 realisierte Nettoinvestitionsvolumen beträgt beachtliche 531 Millionen Franken», schreibt der Regierungsrat. Im Vergleich zum Vorjahr sei es um 19,2 Prozent gestiegen. 

Im 2015 waren 46 Gemeinden Nettozahler in den Finanzausgleich (Vorjahr 44), die 98,1 Millionen Franken beigesteuert haben. Zahlungen aus dem Finanzausgleich erhalten haben 245 Gemeinden (Vorjahr 253). 

Die Auswertungen liessen auch einige Aussagen zu den Regionen zu, steht weiter geschrieben: Bei den 30 Gemeinden, welche Vorschüsse für Spezialfinanzierungen verbucht hätten, gebe es in den Regionen Emmental und Berner Jura im Verhältnis zur Anzahl Gemeinden am meisten Vorschüsse. «In allen Regionen hat im 2015 die Mehrzahl der Gemeinden übrige Abschreibungen getätigt.» Die  meisten Verbuchungen seien in der Region Emmental (88 Prozent) verzeichnet worden.

03.08.2017 :: pd.
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