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120 Jahre Jürg Kühni: Es begann alles mit einer Bauschlosserei
120 Jahre Jürg Kühni: Es begann  alles mit einer Bauschlosserei Langnau:

Es ist eine facettenreiche Firmengeschichte, auf die Jürg Kühni zurückblicken kann. Aus einer Schlosserei ist in zwölf Jahrzehnten ein Spengler- und Sanitärunternehmen geworden.



Die Rechnung datiert auf den 3. Mai 1899 und ist sorgfältig mit einer feinen Kurrentschrift auf ein vorgedrucktes Formular geschrieben. Sie summiert das Wasserleitungsmaterial für eine Eisenhandlung und stammt von der Firma Louis Lauber, Schlosser & Kochherdfabricant. Louis Lauber gründete 1897 seine eigene Schlosserei an der Hinterdorfstrasse in Langnau. Und da die Firma Jürg Kühni eine direkte Nachfolgerin von Louis Laubers Geschäft ist, kann sie heuer ihr 120-jähriges Bestehen feiern.

Handfertigkeit ist gefragt

Beim Gespräch ist auch Peter Lauber anwesend, der Enkel von Louis Lauber. Der gelernte Spengler leitete das Unternehmen von 1961 bis 1995, dann übergab er es an Regina und Jürg Kühni. «Damals wurde noch viel mit dem Hammer gearbeitet», erinnert sich Peter Lauber. «Es gab deutlich weniger Maschinen als heute; vieles musste noch von Hand gemacht werden.» Und er nennt ein Beispiel: «Unsere Abbiegmaschine war nur zwei Meter lang, so dass wir die Bleche zu längeren Stücken zusammennieten mussten.» Ein Spenglerunternehmen zu gründen, sei das beste gewesen, was er beruflich getan habe, sinniert Peter Lauber. Gerne erinnert er sich an die Lehrlingsausbildung: «Bis 1995 wurden 28 Lehrlinge ausgebildet. Oft waren wir am Samstagmorgen zusammen in der Werkstatt und haben die handwerkliche Fertigkeit geübt.»

Badezimmer als Wohlfühloase

«Spengler und Sanitärinstallateure müssen sich heute den gestiegenen Anforderungen stellen», erklärt Jürg Kühni, der seit 1995 Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens ist. Flexibilität und Service seien wichtig. «Wir begleiten den Kunden vom Neubau bis zum alltäglichen Unterhalt. Moderne Kommunikationstechniken und die Mobilität der Fachleute gewährleisten, dass Kunden rasch und rund um die Uhr bedient werden können.» Wichtig seien die Wünsche des Kunden. So sei beispielsweise das Badezimmer heute mehr als ein Ort, wo man sich wäscht. Genügend Platz und ein Whirlpool könnten aus dem Badezimmer einen Wohnraum mit Wohlfühloase machen. 

«Die Neunzigerjahre waren keine leichte Zeit, um als Unternehmer zu starten», resumiert Jürg Kühni. Aber das Geschäft hatte Erfolg. 2003 zog die Firma um in die neue Liegenschaft an der Sägestrasse 26 und firmierte von nun an unter dem Namen «Jürg Kühni». Zurzeit beschäftigt Jürg Kühni 28 Angestellte, darunter sieben Lehrlinge, die zu Spenglern, Sanitärinstallateuren und Gebäudetechnikern ausgebildet werden. 

Goldmedaille für Jürg Kühni Junior

Für den Beruf des Spenglers kann sich auch Jürg Kühni Junior begeistern und er bestätigt, dass dies sein Wunschberuf sei: «Ich finde es spannend, was aus einem einfachen Stück Blech alles hergestellt werden kann. Und die Arbeit auf dem Dach hat ihren Reiz, ist aber auch anspruchsvoll.» Jürg Kühni absolvierte wie sein Vater die Sanitär-Meisterprüfung und gewann an der Berufsweltmeisterschaft 2009 in Kanada die Goldmedaille als Spengler. «Das war ein grossartiges Erlebnis, weil ich beim Trainieren in Schweden auch andere Arbeitstechniken und Menschen kennenlernen konnte.»

 

08.06.2017 :: Benjamin Stocker-Zaugg
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