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Naturkosmetik selber hergestellt
Naturkosmetik selber hergestellt Konolfingen: Mit «Badwella» will Sonja Kaltenrieder Naturkosmetik anbieten, die für jedermann erschwinglich ist. Bei der Herstellung legt sie Wert auf die Qualität der Rohstoffe.
Was auf den ersten Blick wie Schlagrahm aussieht, ist die Grundlage für eine Handcrème, die Sonja Kaltenrieder mit dem Mixer durchquirlt. Seit Anfang Jahr stellt sie ihre eigene Naturkosmetiklinie «Badwella» her. «Vor rund einem Jahr habe ich begonnen, erste Produkte versuchshalber herzustellen. Natürlich ging dabei auch einiges schief», verrät die Konolfingerin. Als sich eine berufliche Veränderung abzeichnete, packte die gelernte Verkäuferin die Chance und verwirklichte ihren Traum von der eigenen Produktionsstätte. Sonja Kaltenrieder liest und recherchiert viel über die Herstellungsmöglichkeiten von Naturkosmetik, erprobt Rezepte und experimentiert mit verschiedenen Düften. «Es braucht einige Zeit, bis man die passende Konsistenz für eine Bodybutter oder eine Lotion gefunden hat. Meine Familie und Freunde liefern mir wichtige Rückmeldungen, was ich an einem Produkt noch verbessern sollte.»

Gute Qualität zu fairem Preis
Mit «Badwella» will Sonja Kaltenrieder einen Gegenpol zu der oftmals teuren Naturkosmetik auf dem Markt setzen. «Ich bin überzeugt, dass Naturkosmetik günstig und trotzdem gut sein kann.» Darum habe sie viel Zeit in die Suche der geeigneten Lieferanten investiert, die gute Qualität zu fairen Preisen bieten. Über einen Handelspartner kann sie von einem Hilfswerk in Ghana Fairtrade-Sheabutter beziehen. Ihr ist es ein Anliegen, «dass die Kunden wissen, woher die Rohstoffe stammen und welche Bestandteile in der Kosmetik oder den Seifen enthalten sind». Sonja Kaltenrieder verzichtet grundsätzlich auf chemische Konservierungsstoffe oder Paraffine.

Empfindliche Sheabutter
Damit ein «Badwella»-Produkt gelingt, arbeitet Sonja Kaltenrieder mit Waage und Thermometer. «Ich habe festgestellt, dass die Reihenfolge, in der die einzelnen Komponenten zusammengemischt werden, entscheiden ist», sagt sie und zählt die Tropfen des Rosenöls, welches der Handcrème ihren Duft verleiht. Da die einzelnen Bestandteile wie Bienenwachs oder Sheabutter nicht den gleichen Schmelzpunkt haben, behält sie jeweils das Thermometer genau im Auge. «Zum Beispiel darf die Shea-
butter nicht wärmer als 50 Grad werden, sonst geht sie kaputt», weiss Sonja Kaltenrieder aus Erfahrung.
Zurzeit verzichtet sie noch bewusst auf einen eigenen Verkaufsladen, betreibt aber einen Online-Shop. Sie beliefert verschiedene Geschäfte wie zum Beispiel Kläy-Geschenke in Konolfingen oder das «Hünige Lädeli» in Niederhünigen.
Der Verkauf ihrer Produkte ist gut angelaufen und deshalb erarbeitet die 48-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann ein Konzept, um auch grössere Vertriebspartner anzugehen. «Ich bin überzeugt, dass immer mehr Konsumenten zur Naturkosmetik greifen werden und ich mit meinem Angebot eine Marktlücke gefunden habe.»
07.04.2016 :: Veruschka Jonutis
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