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«Mir chü nis la ghöre» – und wie
«Mir chü nis la ghöre» – und wie Schangnau:

Der Frauenjodelchor Bumbach lud zu drei Aufführungen seines Jubiläumskonzertes ein. Die Jodlerfrauen und ihr Dirigent boten einen Rückblick auf die letzten 75 Jahre.

Orgelmusik gespielt von Gody Studer, begleitet durch Hans Wiggers Alphornklänge, eröffneten den musikalischen Rückblick auf die letzten 75 Jahre des Frauenjodelchors Bumbach. Danach betraten die 29 Frauen, teilweise mit Kochtöpfen ausgerüstet und «Ramseier’s wei ga grase» singend, die Kirche. Genau dieses Lied war als erstes geprobt worden. «Mitten in den Wirren des Krieges kam es nach dem Kochkurs einer Wanderkochlehrerin zur Gründung des Frauen- und Töchterchors Bumbach. Bei jedem Wetter nahmen die sangfreudigen Frauen jeweils den Weg von den abgelegenen Höfen ins Schulhaus zur Probe auf sich», berichtete die heutige Präsidentin Claudia Bigler. Bis 1980 sang der Chor vor allem Volkslieder, die aus der «Röseligarten»-Sammlung stammten. Auch das Lied «75 Jahr» geht aus dieser Volksliedersammlung hervor. Der Text, der auf das diesjährige Jubiliäum der Frauen aus Schangnau hinweist, kam beim grossen Publikum sehr gut an. Bereits der ehemalige Pfarrer und musikalische Leiter des Jodelchors Paul Maurer, hatte in den Siebzigerjahren das Lied «Bumbacher Froue» mit einem eigenen Text untermalt. «Mir Froue vom Bumbach, mir singe gärn. Mir singe am schönste im Kanton Bärn. Mir chü nis la ghöre, drum loset guet zue.» Diesem Aufruf kam das Publikum gerne nach, denn mit ihren frischen und begeisternden Stimmen untermalten die Frauen die Zeitreise auf eindrückliche Weise.


Beitritt Jodlerverband

Als Ruedi Zesiger den Chor als Dirigent übernahm, begann er mit den Frauen Jodellieder einzustudieren. «Dies ist bis jetzt so geblieben», erklärte die Präsidentin weiter. An diese Zeit zurückerinnernd, erklang «Des Kühers Morgenlied», welches als erstes vierstimmiges Jodellied einstudiert wurde. Von 1987 bis 2014 stand der Chor dann unter der Leitung von Peter Künzi. «Ihm haben wir sehr viel zu verdanken, er versuchte, aus jeder Jodlerin das Beste herauszuholen», war zu vernehmen. Nachdem der Chor 1997 dem Eidgenössischen und Bernisch-Kantonalen Jodlerverband beigetreten war, kam es zur Namensänderung von Frauen- und Töchternchor Bumbach zu Frauenjodelchor Bumbach. Ein Jahr später stand dann die erste Teilnahme am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Ins auf dem Programm. Dies bleibt allen Teilnehmerinnen in bester Erinnerung. Die Frauen kehrten nicht nur mit der Note «sehr gut», sondern auch mit einem ziemlich «sturmen» Kopf aufgrund einer durchfeierten Nacht nach Hause. Jedenfalls soll das Heuen am andern Morgen recht mühselig gewesen sein! Dieses Ereignis liessen die Frauen mit dem Festlied «My Jugendzyt» aufleben. Weiter gab es mit «Echojodel» den ersten Naturjodel, der an einem Konzert- und Theaterabend im Alpenrösli aufgeführt wurde, zu hören. Hierbei bestachen die ausragenden Stimmen und die 29 Frauen verblüfften mit ihrem Klangvolumen.


Zwei CD-Produktionen

Unter Dirigent und Komponist Peter Künzi konnten verschiedene Lieder uraufgeführt werden. Unter anderem «Ar Ämme», dessen Vortrag ebenfalls zu gefallen wusste. Weiter entstanden unter seiner Leitung die beiden Tonträger «Fröhlich z’Muet» u «Ar Ämme». 

Seit zwei Jahren steht den Frauen Gody Studer als Dirigent vor, welcher mit ihnen die breite Liederpalette für das Jubiläumskonzert einstudiert hatte. Als musikalischer Höhe- und Schlusspunkt darf sicherlich die Uraufführung der vierteiligen Jodelkomposition «Ds’ Jahr dürus» von Max Huggler bezeichnet werden, wobei die Frauen durch Alphornklänge von Hans Wigger begleitet wurden. Verschiedene Gäste überbrachten den Frauen Jubiläumswünsche. Stefan Haldemann, Präsident des Bernisch Kantonalen Jodlerverbandes betonte: «Ihr Bumbachfrauen dürft zu recht stolz sein, denn das Übermitteln und Pflegen des Volksgutes sind würdige Werte, die es zu erhalten gilt.» Gemeindepräsident Beat Gerber beteuerte: «Die Gemeinde ist sehr stolz, dass wir Euch haben!»

19.10.2017 :: Christine Mader
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