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Einzigartiges Sammelgut der Täufer und zeitgenössische Kunst
Rüegsau: Eine Ausstellung in der Bilderbörse Gallery illustriert die Täufergeschichte und stellt namhafte Künstler mennonitischen Ursprungs vor.
Die Ausstellung versteht sich als Begleitveranstaltung zu der internationalen mennonitischen Konferenz am Auffahrtswochenende in Sumiswald (siehe separater Artikel). Sie zeigt einerseits einzigartiges Sammelgut, andererseits Werke von Künstlern, die in täuferisch-mennonitischen Familien aufgewachsen sind.

Blick in die Täufergeschichte

Das Sammlerehepaar Maeder Studer aus Biel zeigt zum ersten Mal einen Teil seiner Sammlung. Aufgrund der Verfolgungsgeschichte kommt den Beständen eine besondere Bedeutung zu. Die Ausstellung zeigt Museumsstücke wie eine Hetzschrift aus dem 16. Jahrhundert und einen alten «Auss Bundt» (Gesangbuch). Eine Ahnengalerie ruft den Gründer Menno Simons (1498-1561) in Erinnerung sowie bedeutende Erfinder, Nobelpreisträger und Kaufmänner. Vergrösserte Postkarten aus dem Jura mit stattlichen Höfen und Kapellen veranschaulichen das Leben der Täufer. Habaner Keramik und Quilts von Anni Gerber setzen frohe Farbpunkte. Der Schweizerische Verein für Täufergeschichte präsentiert schliesslich seine Schriften.

Blick in die zeitgenössische Kunst

Der zweite Teil der Ausstellung ist der zeitgenössischen Kunst gewidmet. Jean-Pierre Gerber, Initiator der Ausstellung, wies darauf hin, dass viele Künstler sich vom Glauben ihrer Vorfahren entfernt hätten. Trotzdem sang der Konzertsänger an der Vernissage zweimal aus dem «Ausbund» vor, mit der Bemerkung, trotz Differenzen Wichtiges mitbekommen zu haben, zum Beispiel die Freude am Singen. Aus Walter Looslis Glasfenstern tönen uralte Gesänge. In Annemarie Maillats Plastiken singt ein afrikanisches Lied. Heinz Fuhrers Farbkompositionen gleichen Träumereien. Mit den «deformierten Tonarten» von Heinz Gerber kommen dissonante Klänge ins Spiel. Die Körperstudien von Clément Gerber evozieren Agressivität, und auch in Jean-Pierre Gerbers «Isolation» dominieren die finsteren Töne. Pures Vergnügen dagegen bereiten die «Kupfersticheleien» von Arthur Loosli. Und die Jüngste im Bund, Marguerite Gerber, stimmt mit ihren Glasfenstern einen Lobgesang an.



Die Ausstellung «Zeitgenössische Kunst und Kultur der Mennoniten» in der Bilderbörse Gallery in Rüegsauschachen dauert bis zum 10. Juni. Öffnungszeiten: Do bis Fr, 14 bis 17 Uhr; Sa, 10 bis 12 und 13 bis 15 Uhr; So, 14 bis 17 Uhr.
24.05.2012 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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