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Bilder, die von selbst entstehen
Rüegsauschachen: Barbara Hodel zeigt in der Gallery Rüegsauschachen abstrakte Malerei zu den Themen «alles neu» und «Sportprojekt». Die Fröhlichkeit ihrer Bilder sollen sich auf den Betrachter übertragen.
In bunten Farben leuchten einem die eher kleinformatigen Gemälde von den weissen Wänden entgegen. Viel Rot und helles Grün – hier war ein fröhlicher Mensch am Werk, geht einem durch den Kopf. Ja, sie sei im Allgemeinen ein «aufgestellter» Mensch, bestätigt die Malerin den ersten Eindruck. Und sie hoffe, dass der Betrachter die positive Ausstrahlung ihrer Malerei spüre, ja dass sie sich auf ihn übertrage. Sie male nämlich nur, wenn es ihr gut gehe, darum seien ihre Bilder fröhlich und stimmten auch so. «Dem Betrachter malend meinen Seelenschmerz und meine Ängste aufzubürden, würde ich mir nie erlauben», sagt sie. Ihre Probleme löse sie auf andere Art.

Farben werden selber hergestellt

In der Wahl der Farben geht die Malerin eigene Wege. Sie stellt sie nämlich selber aus Pigmentpulver und Bindemittel her – dieses Wissen stammt aus ihrem Beruf als Dekorationsmalerin und Restaurateurin. Neben ihrem freien, künstlerischen Wirken widmet sich Barbara Hodel auch der architektonischen Farbgestaltung und der Kunst am Bau. Beim Malen entstünden immer mehrere Bilder gleichzeitig, verrät sie, es gebe eigentliche Serien von drei bis zu zehn Bildern. Das sei einenteils bedingt durch die lange Trocknungszeit der Farbe, aber auch durch ihre Ungeduld. Sie sei sehr konzentriert beim Malen, lasse sich durch nichts ablenken oder aufhalten. Manchmal gerate sie dabei in den «Flow», ein tranceartiges Glücksgefühl. Diese Phase könne Tage oder Monate dauern. Die so entstandenen Bilder könnten dann sowohl als Serie als auch einzeln aufgehängt werden.

Geburt eines Bildes

Barbara Hodel malt intuitiv. Das heisst, ihre Bilder entstehen ohne Skizze, ohne Plan. Sie sei dabei nur die Geburtshelferin beim Sichtbarwerden einer inneren Vorstellung. «Ich male und male, bis mir nichts mehr bekannt vorkommt», versucht sie zu erklären. Dabei vermischen und überschneiden sich die Farben, werden immer wieder überdeckt, bis die Schicht so dick ist, dass sie manchmal fast brüchig wird. Oft sieht man auf der Farbfläche Striche oder Kratzspuren. Die gehörten dazu, sagt die Künstlerin, das seien Zeichen der Arbeit. In der Gallery Rüegsauschachen stellt Barbara Hodel Arbeiten der letzten zwei Jahre aus. Die Bilder aus dem Jahr 2007 entstand zum Thema «alles neu». Sie wurden auf Papier gemalt, und der etwas dickere Seitenteil blieb weiss. Die Arbeiten aus dem laufenden Jahr betreffen das «Sportprojekt». Sie sind auf Leinwand gemalt und konnten am Bildrand offenbar nicht bremsen – somit breiten sie sich auch über die Seitenteile hinaus.

Barbara Hodel freut sich, malend zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Die in der Stadt Bern wohnhafte Künstlerin ist nämlich in der Gegend aufgewachsen und möchte den Kontakt zum geliebten Emmental keineswegs verlieren.

Die Ausstellung dauert bis am 8. Juni. Die Bilderbörse Gallery an der Alpenstrasse Rüegsau ist wie folgt geöffnet: Do und Fr, 14 bis 17 Uhr; Sa, 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr; So, 14 bis 17 Uhr.
22.05.2008 :: Gertrud Lehmann
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